Mit (aufgepumptem) Ball im Handgepäck: Geht das gut?

Ball im Handgepäck

 

Immer am Ball zu bleiben ist nicht leicht. Weder in Sachen News, noch auf dem Fußballplatz, geschweige denn an der Sicherheitskontrolle am Flughafen.

Ähm sorry, wie bitte?

Ok, lassen Sie uns den Ball einfach flach halten! Im heutigen Artikel soll es nämlich schlicht und einfach darum gehen, ob Sie einen (aufgepumpten) Ball im Handgepäck befördern dürfen oder nicht.

 

Darf ein (aufgepumpter) Ball im Handgepäck mit auf die Reise?

Ein aufgepumpter Ball  – etwa ein Basketball, Fußball oder Rugby-Ball – darf in der Regel im Handgepäck mitgeführt werden*. Die Airlines haben an und für sich nichts gegen solche Bälle einzuwenden. In seltenen Fällen kann es aber vorkommen, dass Ihnen der Transport eines solchen Balles an der Sicherheitskontrolle verwehrt wird. 

Ein nicht aufgepumpter Ball kann die Flugreise im Handgepäck ohne Weiteres antreten. Sie müssen dabei lediglich die allgemeinen Bestimmungen der Airline hinsichtlich der maximal erlaubten Größe und des maximal erlaubten Gewichtes befolgen. An der Sicherheitskontrolle sind hier keine Komplikationen zu erwarten. 

*Ryanair ist eine der wenigen Airlines, die auf ihrer Webseite explizit schreibt, dass halb/voll aufgepumpte Bälle nicht im Handgepäck befördern werden dürfen. Dies gilt auch für die Airline Laudamotion, die nun zu Ryanair gehört.

 

Kann ein Ball im Flugzeug (Handgepäck) platzen?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ball (Fußball oder ähnlicher Druckkörper) in der Fluggastkabine platzt, ist als sehr gering einzuschätzen.

Dafür gibt es mindestens zwei gute Gründe:

  • Bei meinen Recherchen und Anfragen an die Airlines hat keine einzige Airline auf eine mögliche Gefahr hingewiesen, dass der Ball an Bord platzen könnte.
  • Der Luftdruck innerhalb der Fluggastkabine ist vergleichbar mit dem auf einem hohen Berg (2500-3000 Meter hoch). Der Luftdruck ist also nicht übermäßig hoch und jeder Ball (Fußball) kann einem solchen Luftdruck standhalten.

Veranstalten Sie an Bord aber bitte trotzdem kein Elfmeterschiessen, denn wenn der Ball in Bewegung ist, dann könnte das mit dem Druck (und auch mit dem Ball) dann vielleicht trotzdem ins Auge gehen.

 

Was sagen die Airlines konkret zum Thema Ball im Handgepäck?

 

Ryanair beantwortet diese Frage auf seiner offiziellen Webseite, denn in den FAQs steht dort:

Q: Can I carry footballs/rugby balls?  

A: Yes, Ryanair will carry footballs or rugby balls. But they must be partially or fully deflated before your flight.

Deutsche Übersetzung:

F: Darf ich Fußbälle/Rugby-Bälle mit an Bord bringen?

A: Ja, Fußbälle und Rugby-Bälle sind bei Ryanair gestattet. Allerdings müssen sich die Bälle für den Flug in nicht aufgepumptem oder nur teilweise aufgepumptem Zustand befinden.

 

Lufthansa wiederum bestätigte mir per Nachricht auf Twitter, dass auch ein aufgepumpter Ball in Ordnung gehe, solange dabei die Bestimmungen für Handgepäck nicht verletzt würden.

 

SWISS gibt sich in Sachen aufgepumpter Ball im Handgepäck auch gelassen und meinte in diesem Zusammenhang nur, dass die Größe des Balles im Handgepäck ein Problem darstellen könnte, darum solle ich es den Ball besser ins Aufgabegepäck packen, falls vorhanden.

 

Eurowings gab zu bekennen, dass der Transport eines aufgepumpten Balls im Handgepäck an und für sich kein Problem darstelle, die endgültige Entscheidung allerdings beim Personal an der Sicherheitskontrolle liege.

 

FAZIT: Die Airlines haben an und für sich kein Problem mit aufgepumpten Bällen im Handgepäck. Wie immer ist es aber so, dass Sie an der Sicherheitskontrolle dennoch in Schwierigkeiten geraten könnten, da die Entscheidungsgewalt immer beim Sicherheitspersonal an der Kontrolle liegt.

Die Chancen, einen aufgepumpten Ball ins Handgepäck zu kriegen, stehen aber insgesamt gut. 

 

Bälle im Handgepäck in den USA

Auch wer in den USA unterwegs ist, der darf seine Bälle im Handgepäck verschwinden lassen. Auf der Seite der Amerikanischen Transportsicherheitsbehörde TSA findet sich nämlich der Hinweis, dass Basketbälle, Baseball-Bälle, Footballs (American Football) und Fußbälle sowohl im Handgepäck wie auch im Aufgabegepäck erlaubt sind.

Teilweise gibt es dann bei diesen TSA-Einträgen noch Bemerkungen und Hinweise, wie der Transport des jeweiligen Gegenstandes zu erfolgen hat. Für den Transport von verschiedenen Bällen gibt es allerdings keine Anmerkungen.

Aus diesem Grunde habe ich persönlich bei der TSA nachgefragt und die guten Herren meinten dann: Kein Problem. Das Mitführen von Bällen, auch in aufgepumpter Form, sei kein Problem.

 

Und was gilt für Tischtennisbälle?

Sie fragen sich nun wohl, wieso in aller Welt der Guru hier ausgerechnet noch auf Tischtennisbälle näher eingehen möchte. Nun, Tischtennisbälle wurde bis vor kurzem aus Zelluloid gefertigt. Und Zelluloid ist leicht entflammbar und hochexplosiv.

Und deswegen setzt die Tischtennis-Welt nun auf Plastikbälle, zum Leidwesen der (Profi)Spieler. Für die breiten Massen bleiben Zelluloid-Bälle aber vorerst noch die Regel. In naher Zukunft werden die Plastikbälle aber den Zelluloid-Bällen mit großer Sicherheit den Rang ablaufen. Auch im Amateur-Bereich.

Nun aber genug mit Tischtennis an und für sich. Was gilt nun also konkret für Tischtennisbälle (sowohl für Zelluloid-Bälle wie auch für Plastik-Bälle) im Flugzeug?

Auf Anfrage bei Lufthansa hieß es übrigens zu diesem Thema: „Ja, das sollte in Ordnung gehen. Sie müssen einfach darauf schauen, dass Sie die Lufthansa Handgepäck-Bestimmungen dabei nicht verletzen (maximale Größe 55 x 40 x 23 cm, max. 8 kg).“

SWISS meinte auf die Frage, ob man Tischtennisbälle im Handgepäck transportieren darf: „Klar, das sollte kein Problem sein.“

Was Tischtennisbälle in den USA angeht, so darf man diese auch im Handgepäck mitschleppen. Habe mich diesbezüglich ebenfalls direkt bei der TSA erkundigt.

Hinweis vom Guru: Die Aussagen von den Airlines bezüglich erlaubten/verbotenen Gegenständen im Handgepäck sollten Sie immer kritisch bewerten. Nehmen Sie diese als Anhaltspunkte aber nicht zwingend als definitive Tatsachen zur Kenntnis. Den vergessen Sie bitte nicht: Die Entscheidung, ob ein Gegenstand an der Sicherheitskontrolle passieren darf oder nicht, trifft im Endeffekt immer das Personal an der Sicherheitskontrolle. Und dieses Personal wird nicht von den Airlines gestellt.