Wieviel BARGELD darf man im Handgepäck mitführen?

Bargeld im Handgepäck

 

Alles dreht sich um Geld, wie man so schön sagt…und heute trifft das sogar auf unseren neuesten Handgepäck-Artikel zu.

Denn heute soll es darum gehen, wieviel Geld Sie bei Ihrer nächsten Flugreise mit in die Ferien (oder sonstwohin) im Handgepäck mitnehmen dürfen.

Aber keine Sorge, wenn es sich nur um kleine Geldbeträge handelt, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Interessant – oder sagen wir vielleicht besser umständlicher – wird es erst ab Geldbeträgen von 10.000 Euro und mehr.

Der Guru will aber nicht lange um den heißen Brei reden, sonder gleich zur Sache kommen. Darum hier, wie immer, zuerst das Wichtigste in Kürze:

 

Wieviel Bargeld darf man im Handgepäck haben?

Innerhalb der EU können Sie bis zu 10.000 Euro Bargeld im Handgepäck mitführen, ohne das Geld anmelden zu müssen. Wenn Sie mehr als 10.000 Euro dabei haben, dann müssen Sie das Bargeld am Zoll anmelden. Innerhalb der EU reicht eine mündliche Anmeldung (auf Anfrage). Wenn Sie aus einem Drittland in die EU reisen oder umgekehrt, dann müssen Geldbeträge ab 10.000 Euro schriftlich angemeldet werden (im roten Bereich der Zollkontrolle zu deklarieren). 

 

Wie sieht es mit anderen Währungen aus?

Wenn Sie Bargeld in einer anderen Währung als Euro im Handgepäck mitführen, dann gilt die Regel, dass der Betrag in der Fremdwährung höchstens 10.000 Euro entsprechen darf (bei einer Einreise in die EU oder bei Reisen innerhalb der EU).

Bei einer Einreise in die Schweiz ist eine Anmeldung ebenfalls ab 10.000 vorgesehen, allerdings 10.000 Schweizer Franken und nicht Euro.

 

Welche Geldmittel müssen sonst noch angemeldet werden?

Nicht nur Bargeld ab einer Menge von 10.000 Euro muss angemeldet werden, sondern auch andere Zahlungsmittel, ebenfalls ab einem Wert von 10.000 Euro. Dazu gehören:

  • Aktien
  • Schecks und Reisechecks
  • Sparbücher
  • Schuldverschreibungen
  • Solawechsel
  • Zinsscheine

 

Wie und wo muss ich das Bargeld anmelden?

Die Art der Anmeldung (mündlich, schriftlich) hängt davon ab, in welchem Reiseraum Sie unterwegs sind.

Wenn Sie sich innerhalb der EU bewegen, dann reicht eine mündliche Anmeldung. 

Wenn Sie aus einem Drittland in die EU reisen oder umgekehrt, dann müssen Geldbeträge ab 10.000 Euro schriftlich angezeigt werden.

Achtung: Wenn Sie aus der EU reisen, dann muss die Anmeldung bereits VOR der Sicherheitskontrolle erfolgen. Die schriftliche Anmeldung muss im roten Bereich der Zollkontrolle vorgenommen werden.

 

Wieso müssen Sie Geldbeträge ab 10.000 Euro überhaupt anmelden?

Der Gedanke dahinter ist Folgender: Die Zollverwaltung will dadurch primär Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verhindern. Darüber hinaus sollen diese Kontrollen auch dabei helfen, weitere unlautere Geschäfte und allgemein die Einfuhr von Bargeld aus Straftaten zu unterbinden.

 

Bargeld ins Handgepäck oder doch eher in den Koffer?

Ergibt es überhaupt Sinn, Bargeld im Handgepäck zu transportieren oder sollten Sie die Kohle doch eher in den Koffer verfrachten?

Grundsätzlich sollten Wertsachen immer ins Handgepäck. Einerseits, weil Aufgabegepäck gerne mal verloren geht oder verspätet ankommt und andererseits auch weil die Airline in solchen Fällen gar nicht oder nur bedingt haftet.

Nebst Wertsachen wie Geld und teurem Equipment sollten auch wichtige Medikamente immer im Handgepäck mitgeführt werden.

 

Wieviel Bargeld sollten Sie überhaupt mitnehmen?

Pauschal kann man diese Frage nicht wirklich beantworten. Die Menge an Bargeld, die Sie bei einer Reise auf sich tragen sollten, kann je nach Reiseziel stark variieren. Fragen, die man sich in diesem Zusammenhang stellen sollte, sind:

  • Kann ich am Reiseziel leicht Geld abheben?
  • Funktioniert meine Debitkarte am Reiseziel überhaupt?
  • Ist der Gebrauch von Bargeld am Zielort überhaupt (noch) gebräuchlich?

Die ersten zwei Punkte dürften relativ selbsterklärend sein. Trotzdem sollte man sich genau darüber informieren, wie und wo man am Reiseziel genau Geld abheben kann. Ich mag mich noch erinnern, als ich vor ein paar Jahren in Japan war und da funktionierte meine Maestro-Karte (UBS) kaum irgendwo. Ich musste jedes Mal zur Japanischen Post gehen, um Geld abzuheben.

Die Frage, ob das Zahlen mit Bargeld am Reiseziel überhaupt noch gebräuchlich sei, hört sich auf den ersten Blick etwas komisch an. Wo bitte schön ist Bargeld denn nicht mehr gebräuchlich, mögen Sie jetzt vielleicht denken.

Nun, beispielsweise in China.

Man kann zwar auch in China in den allermeisten Fällen noch mit Bargeld bezahlen, nur ist es so, dass in den Großstädten Chinas in den allermeisten Fällen direkt digital über das Handy bezahlt wird. Die meisten Transaktionen werden dabei über WeChat oder über AliPay vorgenommen.

Anstatt Unmengen an Bargeld mitzunehmen, könnte es hier also auch Sinn ergeben, ein Wechat- oder Alipay-Konto zu eröffnen und Ihre Bankkarte mit dem Service zu verbinden, um im Anschluss direkt über das Handy (per QR-Code) zu zahlen.

 

Verwandte Fragen

 

Was sind gleichgestellte Zahlungsmittel? Wenn in diesem Rahmen über gleichgestellte Zahlungsmittel gesprochen wird, dann ist damit gemeint, dass solche gleichgestellten Zahlungsmittel in diesem Kontext (Situation) ebenfalls wie Bargeld betrachtet werden. Solche gleichgestellen Zahlungsmittel können in diesem Falle zum Beispiel Sparbücher sowie elektronisches Geld sein.

 

Welche Reisefreimengen gelten innerhalb der EU? Innerhalb der EU herrscht für die meisten Güter freier Güterverkehr. Doch nebst Bargeld gibt es auch hier noch weitere Güter, für die es Einschränkungen zu beachten gibt. Dazu gehören beispielsweise Arznei- und Betäubungsmittel, Feuerwerkskörper, Jugendgefährdende und verfassungswidrige Medien sowie Waffen und Munition. Mehr Informationen dazu erhalten Sie Deutschen Zoll

 

Wieviele Zigaretten darf man nach Deutschland einführen? Als Reisender können Sie bei der Einreise oder Rückkehr aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten (und weiteren Sondergebieten) insgesamt 200 Zigaretten abgabefrei nach Deutschland importieren.

 

Wieviel Bargeld darf man in die Schweiz mitbringen? Da die Schweiz bekanntlich kein EU-Land ist, sind dort teilweise andere Handgepäck-Bestimmungen maßgebend. Oft gelten zwar die gleichen Regeln, doch längst nicht immer. Wie sieht es also mit dem Thema Bargeld im Handgepäck aus, wenn die Reise in die Schweiz führt?

Grundsätzlich gilt, dass Barmittel wie Bargeld, Fremdwährung und Wertpapiere unbeschränkt in die Schweiz, durch die Schweiz oder aus der Schweiz gebracht werden können. Die Barmittel müssen dabei nicht angemeldet werden. Allerdings ist es auch in der Schweiz so, dass Kontrollen durchgeführt werden können. In der Schweiz werden Sie in diesem Zusammenhang ab einer Geldmenge von 10.000 Schweizer Franken befragt. Mehr Infos dazu finden Sie bei der Eidgenössischen Zollverwaltung.

 

Darf man Alkohol im Handgepäck transportieren? Bei Alkohol gilt es die Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck zu beachten. Alkohol kann dementsprechend im Handgepäck nur in sehr geringer Menge (müsste in 100 ml Behälter abgefüllt werden) mitgebracht werden. Mit einer Ausnahme: Alkohol aus dem Duty-Free-Shop darf zusätzlich zum regulären Handgepäck mitgenommen werden. Mehr dazu in unserem Beitrag: Alkohol im Handgepäck