Ist Handgepäck immer kostenlos? Zählen Sie nicht darauf!

 

Für Handgepäck zahlt man nicht (zusätzlich). Davon sind Sie felsenfest überzeugt? Hoffentlich nicht, denn es gibt ein paar böse Airlines, die selbst dafür von den Passagieren Geld sehen wollen. Welche Airlines das sind und was es sonst zu beachten gibt, schauen wir uns nun im Detail an. Zuerst wie immer das Wichtigste in Kürze in unserer komprimierten Antwort auf die zentrale Fragestellung: Ist Handgepäck in jedem Falle kostenlos?

Handgepäck ist fast immer kostenlos. Aber nur fast. Und auch nur in begrenzten Mengen. Denn wenn die maximalen Abmessungen und das Maximalgewicht wie von der entsprechenden Airline festgelegt, überschritten werden, dann kann es richtig teuer werden. Ein Handgepäckstück ist somit zwar in fast allen Fällen kostenlos, solange die entsprechenden Bedingungen der Airline in Sachen Gewicht und Abmessungen eingehalten werden. Und wenn wir hier von Handgepäckstück sprechen, dann meinen wir ein großes Handgepäckstück wie z. B. einen Trolley oder eine größere Reisetasche.

Die maximal erlaubten Abmessungen variieren je nach Fluggesellschaft. Es gibt KEINE internationale Norm. Easyjet erlaubt z. B. ein großes Handgepäckstück von 56 x 45 x 25 cm, während Ryanair 55 x 40 cm x 20 cm. Die meisten Airlines bewegen sich in etwa diesem Rahmen. Doch nicht ganz bei jeder Airline ist dieses große Handgepäckstück kostenlos. Beispielsweise bei der amerikanischen Frontier Airlines ist das große Handgepäckstück gebührenpflichtig. Das gleiche gilt für die Billigfluggesellschaften Allegiant Air und Spirit Airlines (ebenfalls aus Amerika).

Zumindest ein kleines Handgepäckstück, von den Airlines meistens „Persönlicher Gegenstand“ (englisch: personal item) genannt, wie beispielsweise ein Laptop oder eine kleine Handtasche, darf allerdings auch bei diesen Airlines kostenlos in der Kabine befördert werden (Achtung: max. erlaubte Abmessungen und eventuell max. Gewicht beachten).

Gebührenpflichtiges Handgepäck bei europäischen Airlines?

Gibt es auch europäische Airlines, die Geld für das reguläre Handgepäck verlangen? So weit uns bekannt ist (noch) nicht. Doch gerade Billigfluggesellschaften erheben auf allen möglichen Dingen Gebühren und so könnte es durchaus sein, dass auch hier in Zukunft vielleicht Gebühren für das reguläre, große Handgepäckstück bezahlt werden müssen.

Bei Ryanair z. B, kann das große Handgepäckstück zwar nach wie vor kostenlos transportiert werden, allerdings nur, wenn es im Frachtraum der Maschine transportiert wird. Wenn Sie Ihr großes Handgepäckstück (Trolley, größere Tasche, etc.) in die Kabine nehmen möchten, dann bezahlen Sie dafür Gebühren, sprich Sie müssen eine gebührenpflichtige Option dazu buchen oder in einem der teureren Tarife fliegen, um Ihr Handgepäck mit an Bord bringen zu können. Ein kleines Handgepäckstück (Notebook, kleinere Tasche oder beispielsweise ein Regenschirm) dürfen aber auch da zum Glück immer noch in jedem Falle kostenlos mit an Bord.

 

Übergepäckgebühren für Handgepäck?

Wenn Sie Handgepäck transportieren, dieses allerdings die Freigepäckgrenze überschreitet, also beispielsweise 15 Kilogramm schwer ist, die Airline aber nur max. 10 Kilogramm Handgepäck erlaubt, dann fallen Übergepäckgebühren an. Normalerweise fallen die Übergepäckgebühren pro Kilogramm an und kommen Sie in der Regel richtig teuer zu stehen. Bei gewissen Fluggesellschaften zahlen Sie aber auch einfach einen Pauschalbetrag. So zahlen Sie bei Ryanair beispielsweise 55 Euro am Gate, falls Ihr Handgepäck zu groß ist. Dieses wird dann im Frachtraum transportiert Je nach Situation und verfügbaren Platz in der Maschine wird das Gepäckstück aber gar nicht erst akzeptiert und kann nicht befördert werden.

Bei easyJet wiederum können für ein Handgepäck in diesem Sinne nur Übergepäckgebühren anfallen, wenn das Handgepäckstück zu groß ist. Beim Boarding-Gate werden so 60 Euro fällig. Wenn das Handgepäckstück zu schwer ist, dann…ähm Moment: Es gibt keine Gewichtsgrenze für Handgepäck bei easyJet. Dementsprechend müssen Sie in Sachen Gewicht auch keine Übergepäckgebühren für Ihr Handgepäck befürchten. Aber Achtung: Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie mehr als ein Handgepäckstück mit an Bord nehmen können. Aber dieses Handgepäckstück darf beliebig schwer sein, solange es die max. Abmessungen für Handgepäck bei easyJet, 56 x 45 x 25 cm, nicht überschreitet.

Um Übergepäckgebühren zu vermeiden, schauen Sie sich unbedingt unsere Liste mit den Handgepäck-Bestimmungen für alle namhaften Airlines weltweit an. Alle Airlines – eine einzige Liste.

 

Gebührenpflichtiger persönlicher Gegenstand?

Wie bereits erwähnt, erlauben die meisten Fluggesellschaften nebst einem großen Handgepäckstück in der Regel auch den Transport eines persönlichen Gegenstandes. Was genau dieser persönliche Gegenstand sein darf, wird von den Fluggesellschaften selbst definiert. Klassische Beispiele hierfür sind z. B. Handtaschen oder Laptops.

Die Frage, die sich hier nun in diesem Zusammenhang stellt, ist: Gibt es Fluggesellschaften, die selbst für dieses kleine Handgepäckstück eine Gebühr erheben? Nein. Jedenfalls hätte ich keine Airline finden können, die selbst dafür Geld haben will. Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Airline einen solchen persönlichen Gegenstand zusätzlich zum Handgepäck überhaupt erlaubt. Wenn ein persönlicher Gegenstand aber erlaubt ist, dann ist dieser meiner Recherche nach immer kostenlos.

 

Mehrere große Handgepäckstücke kostenlos an Bord nehmen?

Mehr als ein großes Handgepäckstück kostenfrei an Bord nehmen, das geht nur dann, wenn Sie einen teureren Tarif gebucht haben. Wenn Sie Economy fliegen, dann erlauben alle Airlines nur ein großes Handgepäckstück. Wenn Sie aber Business Class fliegen, beispielsweise bei der deutschen Lufthansa, dann können Sie zwei große Handgepäckstücke à je 8 Kilogramm kostenlos mit an Bord nehmen.

Zwei „gratis“ Handgepäckstücke in der Business Class gibt es auch bei anderen Fluggesellschaften wie z. B. der SWISS und vielen anderen Airlines. Natürlich zahlen Sie für einen Business-Class-Flug viel mehr als für einen Economy-Class-Flug, so muss man sich natürlich fragen, ob kostenlos wirklich das richtige Wort dafür ist. Aber wir haben uns glaub ich verstanden:=)

 

Kosten, wenn Handgepäck zwangsweise im Frachtraum transportiert werden muss?

Die „Handgepäck-Kapazitäten“ sind in den meisten Flugzeugen sehr beschränkt und so kann es vorkommen, dass  Sie Ihr Handgepäck nicht in der Kabine des Flugzeugs transportieren dürfen. Die Fluggesellschaften machen in diesen Fällen meist einen Appell per Lautsprecher-Durchsage und fordern die Passagiere dazu auf, Ihr Handgepäck bitte abzugeben, so dass dieses dann im Frachtraum transportiert werden kann. Die Fluggesellschaft hofft dann darauf, dass zumindest einige der Passagiere dieser Bitte nachkommen und so das Platzproblem an Bord gelöst werden kann. Solche Szenarien erlebt man öfters bei Billig-Fluggesellschaften:)

Für die Passagiere ist das Ganze ziemlich nervig, da niemand gerne seinen Koffer für den Transport im Frachtraum abgeben möchte, da dort das Risiko halt schon erheblich größer ist, dass der Koffer beschädigt wird, als dies bei einem Transport in der Kabine der Fall wäre. Der Transport des Handgepäcks im Frachtraum ist in diesen Fällen natürlich kostenlos. Falls Ihr Koffer aber aufgrund von Übergepäck im Frachtraum transportiert werden muss, dann fallen, wie bereits weiter oben erwähnt, zusätzliche Gebühren an.

 

Wenn kostenlos nicht geht

Wenn das Handgepäck zwar an und für sich kostenlos ist, Sie aber Angst haben, dass Sie die erlaubte Freigepräckgrenze für Handgepäck nicht einhalten können (z. B. wenn 10 Kilogramm Handgepäck erlaubt ist, Sie aber einen Handgepäckkoffer mit 14 Kilogramm vor sich stehen haben), dann kann es eine sehr gute Idee sein, frühzeitig online ein zusätzliches Gepäckstück zu buchen. Denn der Online-Preis für ein zusätzlich aufzugebendes Gepäckstück liegt in der Regel unter dem Preis, welchen Sie sonst dann am Flughafen in Falle von Übergepäck bezahlen müssten. Allgemeint gilt, dass Sie alle Leistungen wenn möglich direkt bei der Buchung dazubuchen sollten. Denn alles, was in „letzter Sekunde“ am Flughafen dann noch geändert oder angepasst werden muss, kostet extra.