Nasenspray und/oder Nasentropfen im Handgepäck: Unproblematisch?

Im Flugzeug haben viele Passagiere mit dem Druckausgleich zu kämpfen. Um diesem Übel entgegenzuwirken, greifen viele Passagiere zu Nasenspray und Nasentropfen. Doch welche Regeln gelten eigentlich für (abschwellendes) Nasenspray und Nasentropfen im Handgepäck? Was gibt es speziell zu beachten und welche Alternativen gibt es?

 

Dürfen Sie Nasenspray im Handgepäck befördern?

Nasenspray ist im Handgepäck erlaubt. Sie müssen allerdings die Bestimmungen für Flüssigkeiten im Handgepäck beachten, welche den Transport von Flüssigkeiten im Handgepäck einschränken.

Im Wesentlichen besagt diese Verordnung, das Flüssigkeiten im Handgepäck nur in Behältern mit einer Füllmenge von je max. 100 Millilitern transportiert werden dürfen. Diese Behälter müssen zudem in einem transparenten Zip-Beutel verpackt sein, welcher insgesamt nicht mehr als 1 Liter Flüssigkeit beinhalten darf.

Da die Füllmenge bei Nasenspray in den meisten Fällen zwischen 10 bis 20 ml liegt und so gut wie nie über 100 ml pro Behälter, ist der Transport im Handgepäck in der Regel völlig unbedenklich. Dieselben Regeln gelten zudem auch für Nasentropfen.

 

Gibt es eine Begrenzung für Nasenspray im Handgepäck?

Innerhalb der Bestimmungen für Flüssigkeiten dürfen Sie so viel Nasenspray wie Sie möchten mit auf die Reise nehmen.

 

Nasenspray oder Nasentropfen (für den Gebrauch im Flugzeug)?

Ob Sie Nasenspray oder Nasentropfen (im Flugzeug) verwenden, macht oft keinen wesentlichen Unterschied, denn beide verfügen in der Regel über die gleichen Wirkstoffe (z. B. Sympathomimetika wie Xylometazolin oder Oxymetazolin).

Wann sich genau Nasenspray empfiehlt und wann Nasentropfen zu empfehlen sind, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt ab. Für Flugreisen können Sie aber in der Regel bedenkenlos beides verwenden.

Wenn man den Erfahrungsberichten von Nasenspray/Nasentropfen-Enthusiasten im Internet glauben schenken darf, so berichten viele davon, dass Sie bei Nasenspray ein Brennen in der Nase verspüren.

Nasentropfen hingegen seien demnach für Leute mit sensiblen Nasen besser geeignet. Ich selbst habe bisher immer nur Nasenspray benutzt und damit bis anhin keine Probleme gehabt…

 

Zu welchem Zeitpunkt sollten Sie das Spray (Tropfen) während der Fluges benutzen?

Kurz vor dem Start und vor der Landung. Bei Langstreckenflügen können Sie ggfs. auch zwischendrin noch einmal mit dem Nasenspray nachhelfen.

Allerdings sollten sich da die Probleme mit dem Druckausgleich in Grenzen halten, da die Veränderungen des Luftdrucks nach Erreichen der angepeilten Reiseflughöhe in der Regel relativ gering sind und sich erst mit der Landung wieder ein höherer Druckunterschied aufbaut.

 

Nasenspray/Tropfen für (Klein)-Kinder und Babys auf Flugreisen?

Natürlich kämpfen nicht nur Erwachsene mit dem Druckausgleich auf Flugreisen. Dürfen Sie auch Ihren Kindern oder sogar Babys Nasenspray- oder tropfen verabreichen? Grundsätzlich ja, allerdings sollten Sie dies unbedingt mit ihrem behandelnden Arzt absprechen. 

Dieser kann Ihnen geeignetes Nasenspray für den Nachwuchs empfehlen, denn dieses kann sich durchaus von dem Nasenspray unterscheiden, welches für Erwachsene verabreicht wird (Wirkstoff, Konzentration, etc.!).

Ausserdem gibt es auch andere, sicherere Möglichkeiten zum Druckausgleich für Kinder (und ev. auch für Sie!). So kann auch genügend trinken helfen, den Druckausgleich zu besiegen.

Bild zeigt ein Kind, welches von einer erwachsenen Person Nasenspray verabreicht kriegt.

Nasenspray gibt es auch für Kleinkinder. Allerdings gibt es auf Flugreisen auch andere Mittel, um den Druckausgleich zu fördern, wie beispielsweise Bonbons lutschen, Schlucken und genügend Trinken, welche sich für (Klein)-Kinder unter Umständen besser eignen als ein Nasenspray/Nasentropfen.

Babys und Kleinkinder sollten beim Start des Flugzeugs und bei der Landung etwas zu trinken bekommen. Andere Mittel,die dem Druckausgleich zuträglich sind,  sind Gähnen, Bonbon lutschen und Schlucken. Sollten Ihre (Klein)-Kinder bei Flugantritt kerngesund sein und nicht an Schnupfen leiden, dann ist der Griff zum Nasenspray oder zu Nasentropfen dementsprechend oft gar nicht nötig. Und falls doch, konsultieren Sie, wie oben bereits erwähnt, Ihren Arzt des Vertrauens, vor allem wenn es sich dabei um Babys oder Kleinkinder handelt

 

Brauche ich für den Transport von Nasenspray eine Bescheinigung?

Medikamente, die sie dringend für den Flug benötigen, sind ausgenommen von der Flüssigkeiten-Regel im Handgepäck und dürfen somit prinzipiell mit ins Handgepäck. Brauchen Sie dafür aber eine Bescheinigung?

Falls Sie verschreibungspflichtige Nasentropfen im Handgepäck mitführen, dann sollten Sie dafür unbedingt eine ärztliche Bescheinigung haben, die darlegt, dass Sie auf die Nasentropfen (während des Fluges!) angewiesen sind. Ein Muster für ein solches ärtzliches Attest finden Sie beim ADAC. Achten Sie bei der Ausstellung des Attestes unbedingt darauf, dass der Stempel des behandelnden Arztes auf das Formular kommt.

Dieses ärztliche Attest führen Sie dann am besten in englischer Sprache im Handgepäck mit, denn nicht alle Sicherheitskräfte an den Flughäfen sind der deutschen Sprache mächtig. Am besten bringen Sie auch noch gleich die Originalverpackung mit, sodass auf einen Blick sichtbar ist, um welche Nasentropfen es sich genau handelt und welche Wirkstoffe der Spray aufweist.

Falls es sich um nicht-verschreibungspflichtige Nasentropfen handelt, dann geht der Transport im Handgepäck auch ohne Bescheinigung in Ordnung, solange der Behälter die 100-ml-Flüssigkeitenregel nicht verletzt. Das sollte aber in aller Regel kein Thema sein, denn das Fassungsvermögen von herkömmlichen Nasentropfen ist ja doch eher gering.

 

Kann Nasenspray süchtig machen?

Ja. Kann es. Wer regelmässig Nasenspray braucht, der läuft Gefahr davon abhänging zu werden, denn bei längerer Anwendung gewöhnen sich die Schleimhäute an das Nasenspray und so kommt es früher oder später zu einem sogenannten Rebound-Phänomen, bei welchem die Nasenschleimhaut übermäßig anschwellt, sobald die Wirkung des Nasensprays nachlässt.

Deswegen ist es keine gute Idee, Nasenspray auf die Dauer zu verwenden. Darum wird empfohlen, dass Sie das Nasenspray nach ein paar Tagen am besten wieder absetzen.

Wenn Sie aber nun eine Flugreise antreten und Schnupfen haben, dann kann so ein Nasenspray für den gezielten Gebrauch durchaus nützlich und sinvoll sein. Wenn es Ihnen aber nur um den Druckausgleich im Flugzeug geht, dann gibt es eben auch noch andere Möglichkeiten als Nasenspray, um das lästige Übel zu vertreiben oder gar nicht erst zustande kommen zu lassen:

Genügend trinken, Schlucken und Kauen (Kaugummi).

Sollten Sie bereits abhänging sein von Nasenspray, dann bieten sich die folgenden Möglichkeiten an, um sich von der Nasenspray-Sucht wegzukommen:

  • Wechseln Sie von herkömmlichem Nasenspray auf Kindernasenspray, um so die Dosis zu reduzieren
  • Eine andere Möglichkeit besteht darin, zuerst ein Nasenloch zu entwöhnen
  • Sobald Sie die Dosis reduziert haben (z. B. durch die Anwendung von Kindernasenspray), versuchen Sie nach und nach zu Meersalz-Spray oder auch Nasenöl überzugehen, anstatt herkömmliches Nasenspray zu benutzen.

Was gibt es sonst noch für Mittel für den Druckausgleich (Ohrenschmerzen)?

Nasenspray ist nicht das einzige Wundermittel im Kampf gegen Ohrenschmerzen und unzureichenden Druckausgleich. Beispielsweise gibt es von Sanohra Ohrstöpsel, die extra für Flugreisen konzipiert wurden. Sanohra fly, so heißen die Dinger, sind druckregulierende Ohrenstöpsel, die Ohrenschmerzen bei Start und Landung verhindern.

Sanohra weist darüberhinaus darauf hin, dass gewöhnliche Lärmohrstöpsel zu Flugzwecken nichts taugen würden, da einem diese nicht vor (schnellen) Veränderungen des Luftdrucks schützen könnten.

Sanohra fly gibt es übrigens auch für Kinder, und so sollten die kleinen Passagiere auf die Kinder-Variante der Ohrenstöpsel zurückgreifen, um sich optimal vor Ohrenschmerzen und Luftdruckschwankungen schützen zu können.